Josef Ressel Zentrum für phytogene WirkstoffforschungZiel: Verstärkter Einsatz phytogener Wirkstoffe und Substanzen zur Prävention von Krankheiten bei Menschen und zur Verbesserung der Gesundheit von Tieren.

In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Wien sowie drei namhaften Partnern aus der Wirtschaft (Delacon GmbH, agromed Austria GmbH, PM International AG) arbeiten ForscherInnen der FH OÖ daran, phytogene Wirkstoffe in Nahrungs(ergänzungs-)mitteln einzubauen.

Zu diesem Zweck werden biologische Testsysteme entwickelt, um- und eingesetzt, welche es ermöglichen, phytogene Wirkstoffe auf zellulärer Ebene hinsichtlich ihrer Wirkungsweisen detailliert zu charakterisieren. Dabei kommen unterschiedliche in-vitro, in-vivo, in-ovo und in-silico Testsysteme zur Anwendung. Zu den geplanten Forschungstätigkeiten zählt jedoch auch die chemisch-analytische Charakterisierung von Rohmaterialien, Extrakten und funktionellen Produkten. Damit sollen bioaktive Inhaltsstoffe und potentielle "Leitsubstanzen" identifiziert und quantifiziert werden.

Phytogene Wirkstoffe sind pflanzliche, chemische Verbindungen, welche eine positive Auswirkung auf die Gesundheit von Mensch und Tier aufweisen können. Derzeitige Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 28.000 verschiedene Pflanzenarten entsprechende medizinische Wirkungen aufweisen, wobei nur ein Bruchteil in der heutigen Medizin bzw. Ernährung bekannt ist. Darüber hinaus fehlen meist detaillierte Informationen über die potentiellen molekularen Wirkungsweisen. Dennoch sind natürlich chemische Verbindungen seit langem eine wichtige Quelle für neue Arzneimittel und bieten eine einzigartige strukturelle Vielfalt.

Es gibt zunehmend wissenschaftliche Belege, dass phytogene Lebensmittelbestandteile bzw. isolierte phytogene Substanzen einen positiven Einfluss auf die menschliche Gesundheit aufweisen, wenn sie als Teil der täglichen Ernährung konsumiert werden. So konnte in einer Vielzahl an Studien gezeigt werden, dass eine polyphenolreiche Ernährung kardiovaskuläre Erkrankungen vorbeugen kann. Des Weiteren konnten Krebs-hemmende Aktivitäten, aber auch vielfältige Wirkungsweisen gegen Krankheiten wie Alzheimer, Adipositas und Diabetes identifiziert werden. Dennoch bleibt oft die tatsächliche Wirkung von Phytaminen auf molekularer und zellulärer Ebene unklar. Weiteren Studien zur Klärung möglicher funktioneller Wirkungsweisen und zur Identifikation potentieller bioaktiver Bestandteile bzw. zur Abschätzung des toxischen Potentials kommt daher eine wesentliche Bedeutung zu.

Phytogene Substanzen haben zudem auch als bioaktive Futtermittelzusatzstoffe in der Tierzucht und Mast in den vergangenen Jahren durch das Verbot von Antibiotika als wachstumsfördernder Futtermittelzusatzstoff enorm an Bedeutung gewonnen. In diesem Zusammenhang werden phytogene Stoffe als möglicher natürlicher Ersatz diskutiert. Ihre Wirkungsweisen und mögliche Anwendungsgebiete sind jedoch bei weitem noch nicht zur Gänze erforscht.

Eröffnungsfeier des JRZ für Phytogene Wirkstoffforschung

Fotonachweis: B. Plank @ imBILDE.at


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