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SENDERSchaffung eines nachhaltigen Energiesystems durch Einbindung von Haushaltskund*innen

Das vierjährige Forschungsprojekt SENDER – Sustainable consumer engagement and demand response ist ein Innovationsprojekt im Zuge des EU Forschungsprogramms Horizon 2020 mit einem Gesamtförderbudget von fast 6 Mio. Euro. Seit Oktober 2020 befasst sich SENDER mit der aktiven Einbindung von Haushaltskund*innen in den Strommarkt und ermöglicht diesen einen aktiven Beitrag zur Erreichung eines nachhaltigen Energiesystems zu leisten.

Flexible Stromverbraucher*innen

Ausgangspunkt des Projekts bildet der steigende Bedarf an flexiblen Stromverbraucher*innen, die ihren Konsum an die momentane Erzeugungssituation anpassen können. „Dieses Erfordernis entsteht vor allem durch den steigenden Anteil volatiler, also schwankender Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien“, erklärt Wilhelm Süßenbacher von der FH OÖ. Im Rahmen des Projekts werden neuartige Energiedienstleistungen für den Haushaltsbereich entwickelt, welche Stromendkund*innen Anreize für ein systemdienliches Verhalten liefern. Hierfür werden Verbraucher*innendaten erhoben und auf Basis von künstlicher Intelligenz sogenannte digitale Zwillinge der Konsument*innen entwickelt, welche eine umfassende Stromverbrauchsprognose und einen optimierten Energieverbrauch ermöglichen. Mit Hilfe der Verbraucher*innendaten werden zudem zusätzliche Services in den Bereichen Home-Automation, Home-Convenience und Home-Security angeboten. Verbraucher*innen profitieren durch Services wie der automatisierten Steuerung von Beleuchtung, Heiz- und Kühlsystemen, der optimierten Nutzung von Photovoltaik und Stromspeichern oder auch durch sensorgestützte Assistenzsysteme zur Unterstützung älterer Personen im Alltag. Energieunternehmen profitieren unter anderem von besseren Verbrauchsprognosen und einer gleichmäßigeren Auslastung der Stromnetze. Der gestiegene Anteil von Solar- und Windenergie am Energiemix macht die gleichmäßigere Auslastung des Stromnetzes nötig. Die Entwicklung dieser Dienstleistungen erfolgt gemeinsam mit Verbraucher*innen und anderen Marktteilnehmer*innen.

Das Konsortium setzt sich aus insgesamt 15 Forschungspartnern aus 7 europäischen Ländern zusammen. Im Projekt liegt der Fokus der Forscher*innen an den FH OÖ Standorten Wels und Steyr auf den Themenbereichen europäische Energiepolitik, Strommarktregulierung, Prognoseverfahren für Photovoltaikerzeugung und Stromverbrauch sowie der Analyse der regulatorischen Rahmenbedingungen und der Innovationsprozesse von Pilotprojekten in Österreich, Spanien und Finnland.

 

Innovativ am Projekt ist …
•    die aktive Einbindung von Kund*innen in den Strommarkt.
•    die Nutzung des Flexibilitätspotentials im Haushaltsbereich.
•    die Verknüpfung von Energielieferung mit Dienstleistungen in den Bereichen Home-Automation (Automatisierung von Vorgängen im Haushalt), Home-Convenience (Schaffung eines angenehmen Raumklimas) und Home-Security (Schaffung eines angenehmen Raumklimas).

Die Gesellschaft profitiert durch das Projekt …
•    durch höhere Effizienz in der Energiebereitstellung und geringere Energiekosten.
•    durch die Schaffung neuer innovativer Dienstleistungen in den Bereichen Home-Automation, Home-Convenience und Home-Security.

Für dieses Forschungsanliegen braucht es ein europäisches Projekt …
•    um geographische Besonderheiten in der Nutzung von Flexibilitätsoptionen und Dienstleistungen berücksichtigen zu können.

Für mich persönlich ist in diesem Projekt besonders interessant …
•    die praktische Umsetzung der Ideen im Rahmen von Pilotprojekten in Österreich, Spanien und Finnland.
•    die Untersuchung der regulatorischen Rahmenbedingen und deren Vereinbarkeit mit Innovationsprozessen.

Noch Fragen zum Projekt?

FH-Prof. DI Dr. Wilhelm Süßenbacher
Projektleiter SENDER, FH OÖ, Campus Wels
+43 5 0804 44270
Wilhelm.Suessenbacher@fh-wels.at

Link zur Presseaussendung des Konsortialführers: https://en.smartinnovationnorway.com/news/smart-innovation-norway-wins-12th-eu-project

Dieses Projekt wird mit Mitteln aus Horizon 2020, dem Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union, gefördert (Finanzhilfevereinbarung Nr. 957755).

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