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FH OÖ-Studie: Lebensqualität im Mühlviertel liegt deutlich über Süd-Böhmen

Die gefühlte Lebensqualität in den Mühlviertler Grenzbezirken ist deutlich höher als jene in den tschechischen Nachbarbezirken. Das ergab eine an der Steyrer Fakultät für Management der FH OÖ durchgeführte Studie im Rahmen des Forschungsprojektes „RegioTalent.“ Die Steyrer ForscherInnen untersuchten erstmals die Lebensqualität aus Sicht der Menschen im Mühlviertel und Südböhmen. Dafür gaben mehr als 1000 Personen zu 18 Aspekten ihrer Lebensqualität Auskunft. Sie bewerteten beispielsweise die Zufriedenheit mit ihrer Tätigkeit, der Fahrzeit zum Arbeitsplatz oder die gefühlte Sicherheit. Auch die Zufriedenheit mit der vorhandenen Infrastruktur wie dem öffentlichem Verkehr, Schulen und Nahversorgung floss in den Lebensqualitätsindex ein. Fazit: Im Gerichtsbezirk Bad Leonfelden ist die Lebensqualität am höchsten, die Bezirke Freistadt und Rohrbach liegen dicht dahinter. Der Bezirk Perg bildet das Schlusslicht im Mühlviertel.

Die Mühlviertler Bezirke unterscheiden sich vorwiegend durch die Zufriedenheit mit verschiedenen Aspekten der persönlichen Situation, wie der Zufriedenheit mit der Tätigkeit oder der gefühlten Sicherheit. Die Infrastruktur (z.B. Betreuungseinrichtungen für Kinder oder ältere Menschen, Nahversorgung) wird in allen Bezirken relativ ähnlich bewertet.

Die Menschen in Südböhmen beurteilen ihre Lebensqualität insgesamt schlechter als die Mühlviertler. Die größten Unterschiede zum Mühlviertel liegen im Bereich der persönlichen Situation, wo das gegenseitige Vertrauen der Menschen in Südböhmen deutlich geringer ist. Entgegen den Erwartungen ist die Zufriedenheit mit der Infrastruktur in Südböhmen nur etwas niedriger als im Mühlviertel.

„Damit bekommen wir erstmals ein umfassendes Bild über die Zufriedenheit in der Grenzregion Mühlviertel-Südböhmen“, erläutert Dr. Markus Schedlberger, der die quantitative Studie im Projekt RegioTalent leitet. Als nächste Schritte werden Präsentationen der Detailergebnisse im Mühlviertel folgen. Eine Ausweitung der Studie auf ganz Oberösterreich ist geplant.

Mühlviertler Bezirke im Detail

Bezirk Urfahr-Umgebung
Der nördliche Teil des Bezirks Urfahr-Umgebung (Gerichtsbezirk Bad Leonfelden) weist die höchste Lebensqualität der untersuchten Bezirke auf. Vor allem die sehr hohe Zufriedenheit mit der persönlichen Situation ist die Ursache dafür. Besonders die Zufriedenheit mit der Tätigkeit und die Zufriedenheit mit der Fahrzeit zum Arbeits- bzw. Ausbildungsplatz sind überdurchschnittlich hoch. Im Infrastrukturbereich wurden die Zufriedenheit mit Jugendzentren und Gastronomie unterdurchschnittlich bewertet.

Bezirk Freistadt
Die Lebensqualität in Freistadt ist im Vergleich zu den anderen Bezirken im Mühlviertel am dritthöchsten. Auffällig ist der Unterschied zwischen der sehr hohen Zufriedenheit mit der persönlichen Situation und der geringeren Zufriedenheit mit der Infrastruktur. Die Sicherheit und die Zufriedenheit mit der Wohnsituation sind sehr gut, die Zufriedenheit mit der Fahrzeit zum Arbeits- und Ausbildungsort wird unterdurchschnittlich bewertet.
Bei der Infrastruktur liegen laut Zufriedenheitsangaben die Defizite bei Sportmöglichkeiten, Schulen bzw. Ausbildungsmöglichkeiten und Betreuungseinrichtungen für ältere Menschen.

Bezirk Rohrbach
Die überdurchschnittliche Lebensqualität ergibt sich durch die höchste Zufriedenheit mit der Infrastruktur. Besonders die sehr hohe Zufriedenheit mit der medizinischen Versorgung, den Betreuungseinrichtungen für ältere Menschen und den Jugendzentren stechen hervor. Unterdurchschnittlich wurden die Gastronomie sowie die Nahversorgung bewertet.
Bei den Indikatoren für die persönliche Situation liegt der Bezirk im Mittelfeld, der Gesundheitszustand wird überdurchschnittlich positiv bewertet.

Bezirk Perg
Der Bezirk Perg weist die niedrigste Lebensqualität im Mühlviertel auf, liegt aber noch deutlich über den südböhmischen Bezirken.
Ausschlaggebend für den niedrigen Wert ist die relativ geringe Zufriedenheit mit der persönlichen Situation. Auffällig ist, dass die Menschen in Perg ihren Gesundheitszustand und ihre Sicherheit und im Vergleich zu den anderen Bezirken unterdurchschnittlich bewerten und mit ihrer Tätigkeit weniger zufrieden sind.


Mehr Infos: www.regiotalent.eu

Das RegioTalent-Team (v.l.n.r.): MMag. Barbara Ehrenstorfer, Dr. Markus Schedlberger, Mag. Tanja Peherstorfer, Julia Hochgatterer M.A. mit dem kürzlich verliehenen europäischen Cross Border Award „Sail of Papenburg“. Bildquelle/Grafiken: FH OÖ (Abdruck honorarfrei)

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