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Forscher der FH OÖ in Steyr entwickeln Methode, Unternehmensberichte zu testen und zu verbessern

Am FH-Studiengang „Controlling, Rechnungswesen und Finanzmanagement“ (CRF) der FH Oberösterreich in Steyr nehmen die ForscherInnen das Berichtswesen namhafter Unternehmen unter die Lupe. Mittels Blickaufzeichnung (Eye-Tracking) wird das Reporting Design getestet und daraus werden Verbesserungsvorschläge z. B. für Diagramme, Grafiken und Tabellen erstellt. Eine aktuelle Studie, die mit den Partnern KPMG und pmOne am Studiengang CRF durchgeführt wurde, zeigt großes Verbesserungspotenzial: Derzeit führen mangelhafte Berichte zu Problemen bei der Wahrnehmung, Informationserfassung und Interpretation der Daten. Mit der neuen Methode lassen sich die Berichte testen und gezielt die Aufbereitung und Gestaltung verbessern. Die Berichtsempfänger können so die Inhalte schneller fassen, Entscheidungen präziser und rascher treffen und ihre Zufriedenheit steigt. Derzeit nutzen bereits namhafte Unternehmen die Möglichkeit, ihre Geschäftsberichte und Gestaltungsalternativen von den Steyrer FH-ForscherInnen testen zu lassen.

Ungefähr 70 Prozent unserer Sinnesrezeptoren sind für die visuelle Wahrnehmung vorgesehen. Das macht deutlich, wie wichtig eine gute optische Aufbereitung von Management- und Geschäftsberichten ist. Die vom Studiengang „Controlling, Rechnungswesen und Finanzmanagement“, KMPG und pmOne durchgeführte Studie unter mehr als 300 Berichtsempfängern bestätigt: Geschäfts- oder Monatsberichte haben eine hohe Relevanz für Entscheidungen, sie müssen schnell gelesen werden können und gerade das ist durch mangelhafte Darstellung oft nicht gegeben. Daraus ergibt sich ein hohes Verbesserungspotenzial beim Gestalten von Berichten.

Blickaufzeichnung im Reporting Design 
Mit der Methodik des Eye-Tracking (Blickaufzeichnung) können die ForscherInnen von CRF nach wissenschaftlichen Kriterien die Berichte, Grafiken usw. testen. Dabei werden die Blickverläufe der Testpersonen aufgezeichnet und anschließend ausgewertet: was wie lange ins Blickfeld genommen wird, lässt sich damit genau analysieren. Das ist der erste Schritt, die Grafikelemente hinsichtlich ihrer Effektivität und Effizienz objektiv zu prüfen. Durch eine zusätzliche Befragung der Testpersonen wird auch deren subjektive Zufriedenheit festgestellt.

Forschung mit konkretem Nutzen für Unternehmen
Studienleiter Prof. (FH) Dr. Christoph Eisl erläutert: „Bei den Geschäftsberichten gibt es keine einheitlichen Gestaltungsrichtlinien und eine Unzahl von Darstellungen, die oft zu verfälschten Aussagen führen. Daher haben wir hier ein enorm großes Forschungsfeld, das bereits in den ersten Untersuchungen spannende Ergebnisse brachte. Wir wissen z. B., dass sich Balkendiagramme für Strukturvergleiche besser eignen als Kreisdiagramme oder in Tabellen vertikale „Hilfslinien“ vermieden werden sollten, weil sie zu hohen Fehlerquoten führen. Um weitere generelle Aussagen treffen zu können, werden wir aber noch zahlreiche weitere Analysen durchführen müssen. Für Unternehmen bieten wir damit eine hervorragende Methode an, mit der sie ihre Berichte gezielt verbessern können.“

Die zentralen Fragen im Reporting Design werden die ForscherInnen von CRF noch länger beschäftigen:
>> Wie stellt man die Inhalte einfach dar?
>> Wie stellt man sicher, dass die Botschaft eindeutig verstanden wird?
>> Welche Diagrammtypen eigenen sich für welche Aussagen am besten?
>> Welche Anordnung der Elemente, Verläufe, Farben, usw. sind sinnvoll?

Interessierte Unternehmen können für ein Forschungsprojekt Prof. (FH) Dr. Christoph Eisl kontaktieren: christoph.eisl@fh-steyr.at

Analyse des Reporting Designs mittels Eye-Tracking. Bildquelle: FH OÖ (Abdruckhonorarfrei)

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