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DisMoSim: Neue Wege für 3D-Simulation und -Modellierung über Internet und Homeoffice

Die Arbeitswelt verändert sich gerade in einem rasanten Tempo. Homeoffice, Arbeiten in räumlich getrennten Teams und Videokonferenzen sind seit wenigen Wochen Alltag. Ingenieur*innen und Informatiker*innen der FH Oberösterreich in Wels und Hagenberg sind hier der Zeit sogar einen Schritt voraus. Bereits seit Herbst 2018 forschen sie im Projekt DisMoSim (Distributed Modelling and Simulation, www.freedyn.at/dismosim), wie es möglich sein wird, im Bereich komplexer Simulationen von 3D-Modellen im Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau über Ländergrenzen, Grenzen unterschiedlicher Firmenstandorte und Homeoffice hinweg zusammenzuarbeiten. Dabei werden keine herkömmlichen Methoden angepasst, sondern vollkommen neue Ideen und Visionen durchdacht und umgesetzt.


„Eine nahtlose Zusammenarbeit von Menschen und Algorithmen an gleichen und verschiedenen Orten über das Internet erlaubt es, zur Verfügung stehende Ressourcen besser auszunutzen. So können Systemanalysen in kürzerer Zeit durchgeführt und Entscheidungen rascher gefällt werden“, meinen die beteiligten FH-Professor*innen.

Das Team besteht aus acht wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und fünf Professor*innen vom Campus Wels und Campus Hagenberg. Sie arbeiten an Simulationen von mechanischen Modellen, zum Beispiel sogenannten Mehrkörper-Simulationen. Diese dienen dazu, die Eigenschaften einer am Computer konstruierten Maschine oder eines Fahrzeugs (zum Beispiel eines Motors, eines Roboters oder eines Motorrads) durch komplexe automatische Berechnungen zu beschreiben.

Verkürzung der Berechnungsdauer durch Aufteilung der Rechnerlast

Traditionell arbeitet dazu ein*e Ingenieur*in an einer lokal installierten Software am Computer im Firmenbüro. Mit dem Projekt DisMoSim verändert sich dies grundlegend. Die Software zur 3D-Konstruktion beziehungsweise -Modellierung ist über das Internet im Webbrowser zugänglich und beliebig viele Expert*innen können gleichzeitig an den 3D-Modellen von zu Hause arbeiten, und sich über Sprach- und Videoverbindung absprechen. Auch die Berechnung der Simulationen kann verteilt stattfinden, sodass die Rechenlast auf mehrere Server im Internet oder die sogenannte Cloud verteilt und somit optimiert wird. So können die Berechnungen, die derzeit trotz stetig wachsender Rechnerleistung immer noch mehrere Stunden dauern können, stark beschleunigt werden.

Interaktive Gruppenarbeit und Steuerung übers Smartphone

Die Bedienung und Visualisierung der Modellierungs- und Simulationsprogramme wird komplett verändert und die Ergebnisse der Simulation werden durch diese neuen Visualisierungen einfacher zugänglich und verständlich. Die Integration großer hochauflösender Touchscreens mit Fingergesten und Stifteingabe bei DisMoSim ermöglicht neben der klassischen Arbeit am Computer die Gruppenarbeit wie vor einem großen interaktiven Reißbrett. Außerdem kann über ein Smartphone die Simulation von unterwegs überwacht und korrigiert werden, damit die Rechenleistung und der dazugehörige Energieverbrauch nicht unbeabsichtigt in die Leere laufen.

Gefördert von der FFG

Das Projekt DisMoSim wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG im Rahmen des Programms „COIN-Aufbau“ seit dem Sommer 2018 bis in den Sommer 2021 mit rund 800.000 Euro gefördert.

Der Bildschirm wird zum interaktiven Reißbrett.

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