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Bio-Rapsöl mit Koriander – eine FFoQSI Erfolgsgeschichte

Mit dem Bio-Rapsöl mit Koriander ist es gelungen, das erste im Rahmen von FFoQSI entwickelte Pflanzenöl auf den Markt zu bringen. Eine Co-Produktion von drei FFoQSI Partnern ermöglichte dabei Entwicklung und Produktion des neuen Produkts, das mit intensivem Geschmack, anregendem Geruch und Spitzenqualität überzeugt.

Zu Beginn standen gemeinsame Probepressungen unterschiedlichster Saaten und Gewürze sowie Kräuter im kleinen Maßstab im FFoQSI-Labor an der FH OÖ Campus Wels am Programm. Erfahrung bei der Herstellung von kaltgepressten Ölen aus reinem Bioanbau bringt der Firmenpartner Claudius KG (Schlattbauerngut) ins Projekt ein. Für die nötigen chemischen Analysen sind die Forscher*innen am Campus Wels gefragt. Eine Schneckenpresse mit verschiedenen Düsen und etwas Zeit zum Absetzen lassen, reichen für die Produktion von nativem Öl aus. „Ich seh mir dann an, wie gut sich die Rohstoffe verpressen lassen, wie das fertige Öl schmeckt, wie lange es unter verschiedenen Rahmenbedingungen haltbar ist, und ob es den Kriterien des Lebensmittelgesetzes entspricht“, erzählt die begeisterte Forscherin, Dr. Bettina Schwarzinger. Wichtig in Bezug auf die Haltbarkeit eines an Inhaltstoffen wertvollen, nativen Öls ist die Lagerung in dunklen, kleinen Flaschen und die Aufbewahrung im Kühlschrank nach dem ersten Öffnen. Zu viel Licht und Sauerstoff bewirken nämlich einen schnelleren Verderb.

Bio-Rapsöl Koriander

Koriander kristallisierte sich schon bald als ein interessanter Zusatz heraus: Einerseits zeigen Koriandersaaten eine gute Verarbeitbarkeit, andererseits überzeugten von Beginn an, der gute Geruch und der ganz besondere Geschmack. Zusätzlich sind im Koriander viele wertvolle bioaktive Inhaltsstoffe enthalten. Mit der Firma Österreichische Bergkräutergenossenschaft eGen, ebenfalls ein FFoQSI Partner, konnte ein zuverlässiger, regionaler Lieferant von Koriandersaaten gewonnen werden. Bergkräuter ist eine österreichische Genossenschaft, bei der biologische Wertigkeit großgeschrieben wird.

Erste, individuelle Verkostungen des fertigen Öls fanden großen Anklang. Dabei ist die Einsetzbarkeit des Öls größer als gedacht. Als Würzöl lässt es sich hervorragend für verschiedene Kartoffel- und Gemüsegerichte, Currys oder auch für Fleisch und Fisch einsetzen. Aber auch in Joghurtdips und beim Brotbacken findet das Öl Anhänger. Seit Juni 2020 ist das Öl sowohl im Hofladen bei der Firma Claudius als auch im online-shop erhältlich.

Upcycling von Abfall

„Nur ein kleiner Teil der Saat – bei einem natürlichen Pressvorgang etwa 30 bis 40 Prozent – wird zu nativem Öl. Durch die Verwendung wertvoller Rohstoffe und den Verzicht auf chemische Extraktion weist der Reststoff noch viele Wertstoffe auf“, erklärt die Forscherin. Tierfutter wird der Presskuchen bereits zugeführt. Dass in diesem schmierigen, bröckeligen „Abfall“ aber noch viel mehr Potenzial steckt, ist sich Dr. Schwarzinger sicher. Erste Mühlen haben bereits begonnen, aus dem Presskuchen Mehl zu mahlen, das als Mehlersatz verwendet werden kann und zudem gut schmeckt. Im Labor untersuchen Forscher*innen nun die genauen Inhaltsstoffe, Lagerfähigkeit und Verarbeitbarkeit des Reststoffs, von dem in einer Ölpresse jede Menge anfällt und der vielleicht schon in naher Zukunft nachhaltig weiterverarbeitet werden könnte.

FFoQSI – eine Erfolgsgeschichte mit Fortsetzung

Gemeinsam forschen die FH Oberösterreich, die Veterinärmedizinische Universität Wien und die Universität für Bodenkultur sowie andere wissenschaftliche Partnerinstitutionen entlang der gesamten pflanzlichen und tierischen Lebensmittelkette. Das gemeinsame Ziel: Die gesamte Wertschöpfungskette heimischer Futter- und Lebensmittel besser, sicherer und nachhaltiger zu machen. FFoQSI steht für Austrian Competence Centre for Feed and Food Quality, Safety and Innovation. Know-how mehrerer akademischer Partner zusammen mit der Erfahrung von über 30 Partnerunternehmen, die in verschiedenen Bereichen der Produktion und Verarbeitung von Futter- und Lebensmitteln tätig sind, führt zu anwendungsorientierter und innovativer Forschung und Entwicklung. Für Euphorie unter den Forscher*innen und Partnern sorgt die aktuell zugesagte zweite Förderperiode von FFoQSI für weitere vier Jahre.

Bildquelle: Claudius KG

Bildquelle: Claudius KG

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