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Fit for Future: FH OÖ Wels erhält Förderung für vier neue Energie-Projekte

Im Rahmen der Future Energy Technologies-Ausschreibung unterstützt das Land Oberösterreich vier neue Projekte der Forschung & Entwicklungs GmbH der FH OÖ. Mit an Bord sind namhafte Projektpartner aus der oö. Industrie und Wirtschaft.


Im Bereich nachhaltiger Energie- und Klimaschutztechnologien bewegt sich Oberösterreich bereits jetzt im Spitzenfeld. Mit der Future Energy Technologies-Ausschreibung, die im Mai 2023 gestartet wurde, setzt das Land Oberösterreich ein weiteres, wichtiges Zeichen für die Zukunft.

Im Rahmen des OÖ. Wirtschafts- und Forschungsprogramms #upperVISION2030 werden regionale Unternehmen, Unis und Forschungseinrichtungen sowie andere Akteure in ihrem Beitrag zur Energiewende unterstützt. Die Gesamt-Investitionssumme der ausgewählten Projekte beträgt 4,68 Mio. Euro, rund 3 Mio. Euro kommen aus der Landesförderung des Wirtschafts- und Forschungsressort. Nun wurde das Förderergebnis von Landesrat Markus Achleitner bekannt gegeben: Eine hochkarätige Jury empfahl die Unterstützung von insgesamt 7 Projekten, bei gleich 4 davon übernimmt die FH OÖ die Projektkoordination. 

FH OÖ in Vorreiterrolle

An der FH OÖ beschäftigt man sich bereits seit einigen Jahren mit der Weiterentwicklung von erneuerbaren Energieträgern. Mit der Integration des ASIC (Austria Solar Innovation Center) hat der FH OÖ Campus Wels seit 2016 auch ein eigenes Forschungs- und Entwicklungsinstitut mit Schwerpunkten auf erneuerbaren Energietechnologien, insbesondere Solartechnik, Wärmetechnik und -speicherung sowie Energiemanagement.

Auch hinter vier genehmigten Neuprojekten der Future Energy Technologies-Initiative stehen die Forscherinnen und Forscher von ASIC unter der Leitung von Dr. Gerald Steinmaurer. In Kooperation mit heimischen Betrieben sollen damit Anwendungen für eine effizientere Energiespeicherung und -verteilung als auch Reduktion von Treibhausgasemissionen geschaffen werden: 

1. BABA-Emissionen - Neue Energiespeichersysteme für den Bau und die Feuerwehr

Durch Substitution fossiler Brennstoffe mit elektrischen und im besten Fall erneuerbaren Energieträgern soll die globale Erderwärmung eingedämmt werden. Das Projekt „BABA-Emissionen“ konzentriert sich auf die Reduktion von Treibhausgasen im Baugewerbe sowie bei Feuerwehreinsätzen. Baustellen und mobile Stromversorgungen sind bisher meist mit Dieselgeneratoren oder dieselbetriebenen Maschinen ausgestattet. Durch die Verwendung von elektro- (chemischen) Speichersystemen soll hier nun eine Dekarbonisierung und Effizienzsteigerung erzielt werden. Als Partner fungieren MIBA Battery Systems GmbH, Drees & Sommer GmbH, Linz Center of Mechatronics GmbH sowie der OÖ Landes-Feuerwehrverband.

2. Indek-Met - Von Energiedaten zur Energieeinsparung

In diesem Projekt sollen aus Daten der Prozessleittechnik validierte, modellbasierte Methoden zur Beurteilung von Energieeinsparpotentialen in der Industrie entwickelt werden. Die größte Innovation ist dabei die wesentlich einfachere Bereitstellung der erforderlichen Energie- und Leistungsdaten, die für Energieeffizienzanalysen benötigt werden. Aufwändige, zeit- und kostenintensive Installationen eines Energie-Monitoringsystems wären damit hinfällig. Die entwickelten Methoden und Modelle sollen so weit als möglich eine allgemeine Gültigkeit aufweisen und in Folge auch branchenübergreifend auf andere verfahrenstechnische Prozesse angewendet werden können. Kooperationspartner sind: ESIM Chemicals GmbH, Hueck Folien GmbH, sattler energie consulting und WRS Energie- u. Baumanagement GmbH.

3. OpenGrid4PV - Wie Sonnenstrom am besten ins Netz gelangt

Bis 2030 soll unser Strom vollständig aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden. Dazu braucht es einen massiven Ausbau der Photovoltaik (PV)-Leistung. Aber schon jetzt gestaltet sich die zusätzliche Einspeisung in vielen Gemeinden aufgrund ausgelasteter Umspannwerke und Niederspannungsnetze als unmöglich, was nicht nur Unmut in der Bevölkerung hervorruft, sondern auch den notwendigen Ausbau von Photovoltaik erschwert. Mit OpenGrid4PV setzt man auf die Entwicklung gesellschaftlich tragfähiger, kostengünstiger und vor allem zeitnah umsetzbarer Lösungsansätze, um die PV-Hosting Capacity zu erhöhen und vorhandene Kapazitäten in Nieder- und Mittelspannungsnetzen effizienter zu nutzen. Die Umsetzung erfolgt in Kooperation mit Elektrizitätswerk Perg GmbH, eww ag, KEM Bezirk Perg, Kurt Leonhartsberger und Sticon e.U.

4. ICE4H&C - Heiz- und Kühlsystem aus Wärmepumpe und Eisspeicher

Die Kombination aus Wärmepumpe und Eisspeicher bietet eine interessante Alternative zu bisherigen Wärmepumpensystemen. Anders als sensible Wärmespeicher können Eisspeicher auch die Energie des Phasenwechsels nutzen. Ihr Einsatz ermöglicht zudem die Einbindung solarthermischer Anlagen, was wiederum den Vorteil mit sich bringt, den Nutzungsgrad thermischer Solaranlagen zu steigern. Und auch die Möglichkeit zur Kühlung im Sommer ist ein Vorteil von Eisspeichern. Die Komplexität und Vielzahl an Komponenten macht es bislang allerdings nicht möglich, konkrete Aussagen über die Konzeptionierung von Heiz- und Kühlsystemen mit Wärmepumpe und Eisspeicher zu treffen. Aus diesem Grund soll in diesem Projekt eine allgemein gültige Datengrundlage für die Auslegung und Dimensionierung von solchen Systemen geschaffen werden. Forschungspartner in diesem Projekt sind ECOTHERM Austria GmbH sowie GASOKOL GmbH.

Mit einem Projektvolumen von insgesamt 2,49 Mio. Euro ist die FH OÖ Wels maßgeblich an den Transformationsprozessen in Wirtschaft und Wissenschaft beteiligt.

Die ASiC-Forschungsgruppe am FH OÖ Campus Wels widmet sich der Weiterentwicklung erneuerbarer Energietechnologien. | Bildquelle: B. Plank - imBILDE.at

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