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Innovation durch grenzübergreifendes Know-how

Durch die Entwicklung von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz ist es möglich, die Bildbearbeitung in den Bereichen der Mikroskopie oder zerstörungsfreien Prüfung zu automatisieren, z.B. für die Segmentierung von Bildmerkmalen. Verglichen mit einer manuellen Bearbeitung kann so Zeit gespart und in vielen Fällen können bessere Resultate erreicht werden. Ein eingespieltes tschechisch-österreichisches Konsortium versucht im Projekt ImageHeadstart KMUs den neuesten Stand der Forschung im Bereich der digitalen Bildbearbeitung näher zu bringen und sich Gedanken für praktische Anwendungen in den jeweiligen Unternehmen zu machen.

Zwei Forschungsprojekte im Bereich Computertomographie und Mechanobiologie zwischen tschechischen und österreichischen Forscher*innen gehen dem aktuellen von der EU und Land OÖ geförderten INTERREG Projekt ImageHeadstart bereits voraus. Nun gilt es das generierte Wissen zu bündeln, um Klein- und Mittelunternehmen in der tschechisch-österreichischen Grenzregion in ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen.

Seit Beginn dieses Jahres widmet sich ein Konsortium unter der Leitung der Universität Südböhmen den Herausforderungen der digitalen Bildbearbeitung in den Bereichen Mikroskopie und Tomographie, unter Einsatz neuester Ansätze maschinellen Lernens und künstlicher Intelligenz. Mit an Bord sind außerdem, die in der wissenschaftlichen Zusammenarbeit bereits erfahrenen Partner der Universität Budweiß, der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, der Donau-Uni-Krems und der FH Oberösterreich. An der FH OÖ beteiligt sich der Campus Wels unter der Leitung von Sascha Senck, PhD mit Fachwissen zur Computertomographie und der Campus Linz zur Mikroskopie und Lithographie unter der Leitung von FH-Prof. DI Dr. Jaroslaw Jacak.

Digitale Bildbearbeitung als Mehrwert für Unternehmen

Oberste Priorität hat die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Projekt, um über die Vermittlung von Fachwissen für Innovation in den Firmen zu sorgen. Klein- und Mittelunternehmen fehlt es oft an den nötigen Ressourcen für Forschung & Entwicklung. „Es geht also vor allem darum, sich mit Stakeholdern zu treffen, ihnen unsere Methoden und technische Entwicklungen näher zu bringen und zu diskutieren, auf welche Weise ein Einsatz dieses Know-hows in dem jeweiligen Unternehmen sinnvoll und zukunftsträchtig wäre“, verdeutlicht Projektleiter Sascha Senck.

Zum einen spielt digitale Bildbearbeitung im Bereich der zerstörungsfreien Prüfung mittels Computertomographie, etwa bei der Charakterisierung von Bauteilen oder auch Knochenteilen eine Rolle, genauso aber auch im Bereich der Mikroskopie etwa in der Analyse der Bewegung und Entwicklung von Lebendzellen. Anhand von bereits in Vorgängerprojekten entwickelten Methoden des maschinellen Lernens, unterstützt maschinelles Lernen die Auswertung der großen Bilddatensätze. Die Weitergabe der Expertise, physische Gegenstände oder biologische Proben in sehr hoher Auflösung und Bildqualität darzustellen und die charakteristischen Merkmale automatisiert auszuwerten, stellt für die Firmen einen Mehrwert dar und eröffnet neue Anwendungsfelder. Dieser Einblick in die aktuellen Möglichkeiten der Forschung wird im Projekt in Form von bilateralen Treffen, Workshops, Konferenzbesuchen, Broschüren, Newsletter und Informationsveranstaltungen für Unternehmen der österreichisch-tschechischen Grenzregion angeboten. Um längerfristige Erfolge zu feiern, entstehen im Idealfall über das Projekt hinaus bilaterale Kooperationen zwischen Wissenschaft und Industrie, die die Forschung und Entwicklung der Unternehmen vorantreiben.

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