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STIWA Group forscht mit der FH OÖ an der Zukunft der Energie

Als eine von 19 Partner*innen aus Industrie und Forschung untersucht die STIWA Group gemeinsam mit Forscher*innen der FH OÖ im Rahmen eines FFG-Projekts neue Möglichkeiten des Energieaustauschs. Mit einer steigenden Anzahl an Photovoltaik-Anlagen drängt sich vermehrt die Frage nach der Verwertung von überschüssiger Energie auf: Darf dieser Überschuss an Nachbar*innen verkauft werden?


Forschung zu vernetzter Energiezukunft
Derzeit beschäftigt sich die Energieforschungsgruppe ASiC der FH OÖ im Rahmen des Projektes InduGrid – Industrial Microgrids in Kooperation mit Firmen- und Forschungspartner*innen sowie mit dem OÖ Energiesparverband und dem Land Oberösterreich mit neuen Möglichkeiten des Energieaustauschs zwischen Unternehmen. Hürden ergeben sich hier vor allem auf betriebswirtschaftlicher, rechtlicher und technischer Ebene. Das Energiesystem ist aktuell einem Wandel unterzogen – es verändert sich hin zu aktiven Konsument*innen, die zugleich Bezieher*innen und Erzeuger*innen sein können. „Das heißt, ich beziehe von einem Nachbargebäude oder Nachbarunternehmen Energie oder gebe Energie an den Nachbarn weiter“, erklärt DI Dr. Gerald Steinmaurer, Projektleiter und Leiter des Center of Excellence für Energie.

Im Falle der STIWA bieten sich mehrere Photovoltaik-Anlagen unterschiedlicher Betreiber*innen in der Umgebung an, die zum Teil auch über Direktleitungen einbindbar sind. Das Unternehmen würde dadurch überschüssige Energie der Nachbar*innen beziehen, aber zusätzlich auch Abwärme abgeben können. Die Idee dieses Energietausches wird derzeit im Projekt auf technische Durchführbarkeit, wirtschaftlichen Nutzen und vor allem auch rechtliche Rahmenbedingungen an drei Standorten in Oberösterreich untersucht.

Langjährige Kooperationspartnerin STIWA Group
Bereits mehrmals kooperierte die STIWA Group in Forschungsprojekten erfolgreich mit der FH OÖ und stärkt die Verbindung zudem durch einzelne nebenberuflich Lehrende. Die STIWA Group ist eine weltweit führende Spezialistin auf dem Gebiet der Hochleistungsautomation. Das Familienunternehmen mit Sitz in Attnang-Puchheim beschäftigt mehr als 2.100 Mitarbeiter*innen auf drei Kontinenten und erzielte im Geschäftsjahr 2018/19 einen Umsatz von 267 Mill. Euro. Die drei strategischen Geschäftsfelder umfassen Automation, Automotive-Zulieferproduktion und Software. Der Geschäftsbereich Gebäudeautomation der STIWA Group ist im Softwarepark Hagenberg angesiedelt und sieht sich als kompetentes Beratungs- und Planungsunternehmen, das seinen Fokus auf Energieeffizienz sowie Produktivität legt und dabei auf Software, Automation und Engineering setzt. Er realisiert energieeffiziente Gebäude, die durch intelligente Automation maximale Flexibilität und niedrige Betriebskosten garantieren.

Umsetzung auf vielen Ebenen
An den drei Standorten Wels, Betriebsbaugebiet Ennshafen und Hagenberg werden derzeit Energiegemeinschaften getestet und auf Simulationsbasis abgebildet. Im Rahmen des Projektes InduGrid gilt es, eine Menge an Frage- und Problemstellungen zu lösen, wie zum Beispiel: Wer koordiniert Lieferung, Bezug und Speicherung von Energiegemeinschaften? Oder, wie groß sind die (monetären) Vorteile solcher Gemeinschaften? Ziel von InduGrid ist auch die Erstellung eines öffentlich verfügbaren Planungswerkzeuges für Energiegemeinschaften, sowohl für die öffentliche Hand als auch für Unternehmen. In der Erarbeitung von Steuerung und Regelung in einer zweiten Phase wird außerdem das Know-how der STIWA im Bereich der Automatisierung in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe der FH OÖ positiv in den Projektverlauf einfließen können. „Durch unsere langjährige Erfahrung in der Beratung, Planung und Umsetzung von intelligenten Gebäudeautomationslösungen von Betriebs- und Produktionsgebäuden können wir ganz wesentlich dazu beitragen, die Produktivität bei unseren Kunden deutlich zu erhöhen, die Dekarbonisierung voranzutreiben und damit gleichzeitig dem Klimaschutz Rechnung zu tragen“, sagt Thomas Führer, STIWA-Geschäftsbereichsleiter für die Gebäudeautomation.

Energiegemeinschaften sollen in Zukunft rechtlich gebildet werden dürfen – auf europäischer Ebene bereits beschlossene Sache. Nun sind die Nationalstaaten an der Reihe. Relevante Forschungserkenntnisse aus dem Projekt InduGrid können dabei beratend in den nationalen Gesetzgebungsprozess einfließen. „Die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand im Projekt InduGrid ist beispielhaft und zeigt ganz klar die Vorteile und Wirkungsfelder praxisnaher Forschung auf“, wie Forschungs- und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner betont. Gefördert wird das Projekt im Rahmen der Vorzeigeregion NEFI (New Energy for Industry) mit einem Projektvolumen von 3,8 Mio. € vom Klima- und Energiefonds und wird zusätzlich vom Land Oberösterreich unterstützt.

Weitere Projektpartner*innen sind: Fronius International GmbH, Wels Strom GmbH, PBS Holding AG, STARLIM Spritzguss GmbH, RÜBIG GmbH & Co KG, SALESIANER MIETTEX GmbH, ABM Systems, AIT, TU Wien, Biomontan Produktions und Handels GmbH, E-Control, Energieinstitut an der JKU, Format Werk GmbH, Gerstl Bau GmbH, Helios-Sonnenstrom-GmbH, Ing. Aigner Wasser - Wärme - Umwelt GmbH.

InduGrid Projekt-Symbolfoto

DI Dr. Gerald Steinmaurer

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