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Abfälle als Europas Energie-Hoffnung – Logistikum Steyr und HEAL Hagenberg der FH OÖ holen EU Fördergelder nach OÖ

Erneuerbare Energien sind in aller Munde und werden in Zukunft einen noch größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft einnehmen. Um dazu einen Beitrag zu leisten, hat sich die FH Oberösterreich als Teil eines internationalen Konsortiums erfolgreich für das Projekt BioBoost im Rahmen des EU Forschungsprogramms FP7 beworben. Bis 2015 entwickeln das Logistikum, die Logistikkompetenz der FH OÖ in Steyr und das Heuristic and Evolutionary Algorithms Lab (HEAL) der FH OÖ in Hagenberg das logistische Modell für das mit 5,1 Millionen Euro geförderte Projekt zur Energiegewinnung aus Biomasseabfällen.

Nutzung von Biomasseabfällen zur Gewinnung von Energie

BioBoost steht für “Biomass based energy intermediates boosting biofuel production” und befasst sich mit der Nutzung von Biomasseabfällen als Energieträger. Dabei sollen in einem ersten Schritt aus regional anfallender Biomasse synthetische Treibstoffe und Gase gewonnen werden, die dann im Anschluss in zentralen Anlagen zu Strom und Wärme umgewandelt werden. „Der große Unterschied zu herkömmlicher Biomasseverwertung besteht zum einen in der Nutzung von Abfällen wie Stroh und organischem Biomüll aus Haushalten und zum anderen in einem mehrstufigen Produktionsverfahren“, erläutert Prof. (FH) DI Dr. Gerald Schönwetter vom Logistikum. „Um unnötige und wirtschaftlich unrentable Transporte zu vermeiden, wird dazu in dezentralen Anlagen in einem ersten Umwandlungsschritt die Energiedichte der Rohstoffe durch neu entwickelte Verfahren erhöht und die Zwischenprodukte werden dann in größeren zentralen Anlagen weiterverarbeitet. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit signifikant.“ Mit dieser Vorgehensweise verbunden sind eine ganze Reihe technischer Fragestellungen, die im Rahmen dieses Projektes erforscht werden. Zusätzlich besteht ein wesentlicher Teil des Projektes in der logistischen Konzeption für die Versorgung der Anlagen mit organischen Abfällen, sowie der Standortauswahl der zentralen und dezentralen Anlagen, wobei Technik als auch Logistik in diesem Projekt sehr eng verzahnt sind. Letztlich wird ein zukunftsweisendes logistisches Konzept darüber entscheiden, ob die Verwertung organischer Abfälle in Zukunft eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zu fossilen Kraftstoffen darstellen kann.

Alternative zu fossilen Kraftstoffen

Das Ziel dieses Projektes besteht darin, konkret darzustellen, wie in Europa Biomasseabfälle als Alternative zu fossilen Energieträgern wirtschaftlich genutzt werden können. Sechs europäische Forschungsinstitutionen und sieben Industriepartner aus insgesamt sieben europäischen Staaten sind am Projekt BioBoost beteiligt.

Nicht nur technisch, auch logistisch eine Herausforderung

Das Logistikum am FH OÖ Campus Steyr und das Heuristic and Evolutionary Algorithms Lab (HEAL) des FH OÖ Campus Hagenberg werden gemeinsam für die professionelle logistische Konzeption und die heuristische Optimierung der Materialströme in BioBoost sorgen, sodass die wirtschaftliche Machbarkeit aus logistischer Seite bestmöglich erfüllt wird. „Unsere langjährige Erfahrung in der Entwicklung heuristischer Methoden zur Lösung komplexer mathematischer Optimierungsprobleme, versetzt uns erst in die Lage, solche komplizierten Fragestellungen wie in BioBoost mit einer riesigen Anzahl von Parametern einer möglichen Lösung zuzuführen“, erklärt DI (FH) Erik Pitzer vom HEAL.

Über das Logistikum:

Das Logistikum ist die Logistik-Kompetenz der FH Oberösterreich mit Sitz in Steyr und vernetzt Bildung und Forschung gleichermaßen. Internationale Forschung wird auf den Gebieten des Logistikmanagements, des Supply Chain Managements und der Verkehrslogistik betrieben, wobei Erkenntnisse sowohl in den Bachelor-Studiengang Internationales Logistikmanagement als auch in das Masterstudium Supply Chain Management einfließen.

Über das Heuristic and Evolutionary Algorithms Lab (HEAL):

Die Forschungsgruppe HEAL wurde im Jahr 2000 an der Johannes Kepler Universität gegründet und befindet sich seit 2005 an der FH OÖ am Campus Hagenberg. Sie beschäftigt sich zentral mit der Entwicklung und Anwendung von heuristischen Optimierungsverfahren. Kernstück der Entwicklungsarbeit ist die Optimierungsplattform HeuristicLab, in der sowohl neue Algorithmen als auch projektspezifische Lösungen für Industriepartner implementiert werden. Die fortlaufend neu- und weiterentwickelten Algorithmen kommen vor allem im Bereich Optimierung in Produktion und Logistik, Datenbasierte Systemmodellierung sowie Simulation und Optimierung zum Einsatz.

Zum Projekt:bioboost.eu

Das BioBoost-Projektteam der FH OÖ (v.l.n.r): Rotter Stefan, B.A., Prof. (FH) Dr. Gerald Schönwetter und Christian Rohrhofer, B.A. (Logistikum, Campus Steyr) sowie DI(FH) Stephan Hutterer und DI(FH) Erik Pitzer (HEAL, Campus Hagenberg). Bildquelle: FH OÖ (Abdruck honorarfrei)

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