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FH Oberösterreich und MedUni Wien starten FWF-Projekt mit australischer Beteiligung

Bis vor kurzem waren Mediziner der Meinung, die Kommunikation zwischen Geweben im Körper würde ausschließlich über Botenstoffe wie Hormone geführt. Nun wird aber die wesentlich größere Komplexität dieser Kommunikation, die über eine Vielzahl von Kanälen geführt wird, immer klarer. Zusammen mit ForscherInnen der Medizinischen Universität Wien und der University of South Wales setzen MedizintechnikerInnen der FH Oberösterreich in Linz hochauflösende Mikroskopie ein, um weitere wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Gefördert wird das Projekt vom „Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung“ – eine besondere Auszeichnung für eine Fachhochschule.


Erst kürzlich wurde ein weiterer Signaltransduktionsweg entdeckt, der sich kurzer RNA Stücke bedient - sogenannter Micro-RNA (miRNA). Diese zirkuliert im Blut und spielt in der Regulation von physiologischen und pathophysiologischen Prozessen eine Rolle. Dazu gehört etwa die umgangssprachlich als Arterienverkalkung bezeichnete Atherosklerose. In Folge dessen wird miRNA auch als diagnostischer Marker diskutiert. Ein Teil der im Blutkreislauf vorhandenen miRNA verwendet das High-Density-Lipoprotein (HDL) als Transportvehikel. Die genauen Details des miRNA-Transfers vom HDL zu ihrer Zielzelle sind noch weitgehend unerforscht.

„Für das künftige Medical Valley Oberösterreich sind Forschungskooperationen unserer Medizintechniker mit renommierten Medizinern unabdingbar. Dass dieses konkrete Projekt vom FWF unterstützt wird, untermauert die wissenschaftliche Qualität der FH Oberösterreich“, so Landehauptmann-Stellvertreter Mag. Thomas Stelzer.

Ziel: miRNAs Wege in die Zelle zu charakterisieren

Ziel dieses Projektes ist es, die Transportprozesse und Transferwege von miRNA aus ihrem Transportvehikel, dem HDL-Partikel, in die Zelle zu charakterisieren. Vorhergehende Untersuchungen lassen die Wissenschaftler vermuten, dass dieser Transport dem Transfer von Lipiden aus dem HDL-Partikel ähnelt. Hochauflösende Mikroskopie-Techniken sollen eingesetzt werden, um an verschiedenen Biomembranen zeitliche Veränderungen auf Nanoebene im Zuge des fortschreitenden Aufnahmeprozesses zu verfolgen. Bei den genannten hochauflösenden Mikroskopietechniken handelt es sich um die Atomkraftmikroskopie (AFM) sowie die Fluoreszenz-Einzelmolekülmikroskopie (FM).

„Um erfolgreich zu sein, benötigt es den Zusammenschluss von mehreren Fachrichtungen. Die biophysikalischen Methoden werden durch die FH Oberösterreich in Linz, die miRNA-Techniken durch unseren internationalen Kollaborationspartner Dr. Fatiha Tabet von der University of New South Wales in Sydney eingebracht“, sagt Univ. Prof. Dr. Herbert Stangl von der Medizinischen Universität Wien. Seine Gruppe ergänzt das Projektteam durch die langjährige Erfahrung im HDL-Metabolismus bzw. Lipid Transport sowie der Photooxidation.

Seitens des Departments für Medizintechnik der FH Oberösterreich wird das Projekt mit dem offiziellen Titel „Transfer von miRNA aus einem HDL-Partikel auf Zellen“ von Dr. Birgit Plochberger verantwortet. Die Arbeiten starten im kommenden Sommer und sind auf drei Jahre ausgelegt.

Dieses Projekt wird durch den FWF Wissenschaftsfonds gefördert.

Forscherin Birgit Plochberger holt ein hochkarätiges FWF-Projekt an das Linzer Department für Medizintechnik der FH Oberösterreich. Bildquelle: Plochberger privat

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