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FH OÖ-Forscher präsentieren Neuheit im Werkzeugbau

Die additive Fertigung mittels Laserauftragsschweißens ermöglicht einen schnellen Aufbau von Werkzeugformen, welche komplexe Innenstrukturen aufweisen. Das Welser FH OÖ-Forscherteam rund um FH-Prof. Dr.-Ing. Aziz Huskic entwickelt derzeit die passenden Parameter für diese neuartige Werkzeugproduktion. „Speziell die Entwicklung von Presshärtewerkzeugen steht im Fokus unserer Entwicklungen. Dabei werden z.B. die Kupferrohre zwecks der konturnahen Kühlung in die gefrästen Halbschalen platziert und anschließend mittels Laserauftragsschweißen (LMD) überschweißt“, erklärt Huskic. Dieser hybride Herstellprozess von Werkzeugen mittels LMD und Fräsens stellt eine Weltneuheit für den Werkzeugbau dar und befindet sich nun in der Serienüberleitung. Diese Werkzeuge mit konturnaher Temperierung werden für Presshärten, Spritzgießen, Druckgießen oder für Schmiedegesenke eingesetzt. Die Entwicklung wurde kürzlich auf dem Austrian 3D Printing Forum in Wien präsentiert.


Kürzlich stellte das Center for Smart Manufacturing der FH OÖ Wels den Stand der Forschung am Austrian 3D Printing Forum in Wien vor. Dabei ging es vor allem um die additive Fertigung von Metallbauteilen, speziell von Werkzeugen. Eine besondere Rolle spielte neben der SLM Technologie das Laserauftragsschweißen mit der Lasertec 65 von DMG Mori.

„Die Technologie des Laserauftragsschweißens ermöglicht neben dem schnellen Aufbau von individuellen, komplexen Bauteilen auch Reparaturschweißungen und die spanende Bearbeitung in einer Aufspannung. Bauteile mit feineren Konturen werden mittels selektiven Laserschmelzen additiv gefertigt“, erklärt Dr. Huskic.

Innovative Lösungen

Durch die an der FH OÖ in Wels entwickelte Bauraumheizung für selektives Laserschmelzen (Pulverbettverfahren) lassen sich kohlenstoffreiche Warmarbeitsstähle bereits problemlos verarbeiten. Vor allem Einsätze mit hochkomplexen Innen- oder Außenstrukturen können im Center for Smart Manufacutring am FH OÖ Campus Wels mit zwei Selektivlaserschmelz-Anlagen (Pulverbettverfahren) hergestellt werden. „Weiters erforschen wir Leichtbaulösungen mit Stahl, Aluminium und Titanwerkstoffen im Rahmen der additiven Fertigungsverfahren. Im weiteren Verlauf sollen die Verfahren mit Simulationen optimiert werden können“, berichtet Huskic weiter.

Einsatz auch im Studienbetrieb

Innerhalb der zahlreichen Forschungsprojekten im Bereich der additiven Fertigung werden neben den Doktoranten auch Studierende des Studiengangs „EntwicklungsingenieurIn für Metall und Kunststofftechnik“ auf diese komplexe Technologie vorbereitet. „Außerdem können die Studierenden im Rahmen von Masterarbeiten in diesem Bereich mitforschen“, sagt Huskic.

Die beiden Studenten Tanja Gastinger und Christoph Sievi nutzen dieses Angebot und sind im Rahmen der Projektarbeiten ihres Masterstudiengangs „EntwicklungsingenieurIn für Metall und Kunststofftechnik“ an Forschungen rund um additive Fertigung involviert. Auch eine Zusatzausbildung zum International Welding Engineer haben die beiden in Zusammenarbeit mit dem WIFI OÖ erfolgreich abgeschlossen. „Nach Abschluss ihres Studiums steht es ihnen frei, an der FH OÖ in Wels im Bereich der additiven Fertigung zu promovieren“, freut sich Huskic über die engagierten Studierenden. 

Das Laserauftragsschweißen wird mit der Lasertec 65 von DMG Mori durchgeführt. Foto: FH OÖ/B.Plank_imBilde.at

Das Welser Forschungsteam rund um FH-Prof. Dr.-Ing. Aziz Huskic (rechts) präsentierte kürzlich vor Fachpublikum eine Weltneuheit im Werkzeugbau. Foto: privat

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