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FH OÖ Forschungsprojekt: Rehabilitation von Patienten verstärkt nach Hause verlagern

Bis zum Jahr 2050 wird die Anzahl der über 60-jährigen ÖsterreicherInnen um 66 Prozent zunehmen – fünfmal stärker als die Gesamtbevölkerung. Der damit verbundene Bedarf in Rehabilitation und Pflege stellt die Gesellschaft vor enorme Probleme. Moderne Rehatechnologien zur häuslichen Anwendung helfen Patienten und entlasten das Gesundheitssystem. An einem Forschungsprojekt am Linzer Studiengang Medizintechnik der FH OÖ soll gezeigt werden, wie dies künftig möglich werden könnte.

„Basierend auf unserer Expertise im Bereich der sensiblen Messtechnik für medizinische Diagnose und Rehabilitation versuchen wir, mit anwenderfreundlichen Technologien die Akzeptanz zur selbstständigen Durchführung von geleiteten Maßnahmen zu fördern“, formuliert Prof. (FH) Priv. Doz. Dr. Thomas Haslwanter vom Studiengang Medizintechnik das Hauptziel des mit Mitteln des Landes OÖ und der EU dotierten Forschungsprojektes. Eines der Hauptprobleme sei laut Haslwanter der Umstand, dass Patienten bei sich zu Hause zu selten therapeutische Trainingsübungen durchführen.

Akzeptanzförderung, Kostensenkung

Durch Vorarbeiten im Rahmen von Studien- und EU-Projekten konnte ausgiebig Expertise im Bereich der Bewegungsmessung mit verschiedensten Technologien (Inertialsensoren, welche auch bereits in vielen Smartphones integriert sind, Video-basierte Systeme, etc) aufgebaut werden. Diese Expertise soll nun mit den motivierenden Aspekten von interaktiven Technologien (Computer- und Video-Spiele) kombiniert werden, um therapie-spezifische Anwendungen für Patienten zu entwickeln. In einer ersten Projektphase wird z.B. ein auf der kostengünstigen „Kinect“-Technologie von Microsoft basierendes Spiel entwickelt, welches in der Rehaklinik in Wilhering die Armrehabilitation nach einem Schlaganfall unterstützen soll.

Die Sparpotenziale ergeben sich in erster Linie durch eine Verkürzung der stationären Aufenthalte in Krankenhäusern oder Rehaeinrichtungen und durch eine Verlagerung der Rehabilitation in den Heimbereich.

„Mit dem Projekt Reha@Home zeigen die Forscher der FH OÖ auf, wie für PatientInnen künftig eine Rehabilitation zu Hause ermöglicht und damit das Gesundheitssystem entlastet werden könnte“, sagt Forschungslandesrätin Mag.a Doris Hummer.

Das Projekt "Reha@Home" wird im Rahmen des EU-Programms "Regionale Wettbewerbsfähigkeit OÖ 2007-2013 (Regio 13)" aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landesmitteln gefördert.

FH-Professor Thomas Haslwanter widmet sich in einem neuen Forschungsprojekt der Mobilität von PatientInnen. Bildquelle: FH OÖ (Abdruck honorarfrei)

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