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FH OÖ: Welser Biotechnologen erhielten Zuschlag für neues Forschungsprojekt

Der Welser FH-Studiengang Bio- und Umwelttechnik bekam ein neues von Land OÖ sowie EU gefördertes Projekt in Höhe von 326.000 Euro zuerkannt. Das Welser Forschungsteam um Prof. (FH) Dr. Otmar Höglinger erforscht nun gemeinsam mit der Universität Magdeburg den Einfluss von Nahrungsmittelkomponenten auf die sogenannten Adrenerge-Rezeptoren, die sich auf den meisten menschlichen Körperzellen befinden und viele Zivilisationskrankheiten maßgeblich beeinflussen. Ziel des Projektes ist es, auf Basis der neuen Erkenntnisse Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelkomponenten zu entwickeln, die eine physiologische Wirkung haben – etwa Blutdruckregulation.

Die Adrenerge-Rezeptoren steuern im Körper wesentliche Funktionen wie etwa Blutdruck, Kohlenhydratstoffwechsel und Fettstoffwechsel, aber auch Sinnesorgane und somit das Riechen, Sehen, Hören und Tasten. Heute weiß man bereits, dass diese Rezeptoren, die aus vielen Subtypen bestehen, einem komplexen Regulationsmechanismus unterworfen sind. Substanzen binden an den Rezeptor und aktivieren Moleküle in der Zelle. Die aktivierten Moleküle lösen die physiologischen Prozesse wie Blutdruckregulation aus.
Für die Entdeckung dieser menschlichen Rezeptoren wurde erst kürzlich der Nobelpreis an den US-amerikanischen Biochemiker Prof. Robert Lefkowitz verliehen.

Methode zur Analyse entwickelt
Mit Hilfe der Methode „Micro-Patterning“, die das Welser Forscherteam um Prof. (FH) Dr. Otmar Höglinger gemeinsam mit der Johannes Kepler Universität in einem vorangegangenen Projekt entwickelt hat, sollen nun neue Erkenntnisse gewonnen werden. „Mit dieser modernen Technologie wird es möglich sein, verstehen zu lernen, wie diese Rezeptoren untereinander kommunizieren und wie sie sich gegenseitig beeinflussen. Weiters können wir feststellen, wie sie durch Komponenten der täglichen Nahrung beeinflusst werden können“, berichtet Höglinger. „Durch diese gezielte Beeinflussung wird es möglich sein, Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und Adipositas regulieren zu können.“

Die Wissenschaftler erwarten sich durch die Forschungsarbeiten ein besseres Verständnis, wie Nahrung im Körper wirkt und wie diese Erkenntnis genutzt werden kann, um hochwertige Lebensmittel zu produzieren, die helfen, den Zivilisationskrankheiten entgegen zu wirken. Diese Lebensmittel sollen unterstützend wirken und die Einnahme von Medikamenten reduzieren bzw. vorbeugende Effekte haben.

Das Forschungsprojekt wird gemeinsam mit der Universität Magdeburg (D) durchgeführt. Dadurch wird die bereits bestehende Forschungspartnerschaft weiter vertieft.

Wertvolle Schokolade mit Antioxidantien erhält Rudolf-Trauner-Preis
Diese Grundlagenforschung wird auch in der Lebensmittelproduktion bereits angewandt. Kürzlich erhielt das Unternehmen Martin Mayer Schokolade in Kooperation mit den Welser Biotechnologen den Rudolf-Trauner-Anerkennungspreis für die Schokoladensorte „Alter Apfel“.
Äpfel enthalten einzigartige Muster an Polyphenolen, die positive Auswirkungen auf die Gesundheit zeigen. Je nach Apfelsorten unterscheidet sich dieser Polyphenolgehalt sehr stark. In Kooperation mit der Firma Martin Mayer Schokoladen wurde an der Welser FH eine  Schokolade entwickelt, die mit Polyphenolen aus Eferdinger Äpfel versetzt wurde. Sie unterstützen den täglichen Konsum von wertvollen Obstinhaltsstoffen. „Schokolade eignet sich besonders für solche Zwecke, da auch Kakao ergänzende Polyphenole enthält und somit ein zusätzlicher Beitrag zum Schutz des Körpers geleistet wird“, erklärt Höglinger. Die gefüllte Bitterschokolade aus alten Apfelsorten, die mit Apfelbrand aus Eichenfässern veredelt wurde, ist in ausgewählten Fachgeschäften und online unter www.conditorei-mayer.at erhältlich.

Das Projekt „PhytoDoc“ wird im Rahmen des EU-Programms "Regionale Wettbewerbsfähigkeit OÖ 2007-2013 (Regio 13)" im Bereich Internationalisierung aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landesmitteln gefördert.

Martin Mayer und Dr. Otmar Höglinger nahmen den Rudolf-Trauner-Preis entgegen. Bildquelle: FH OÖ Campus Wels, Abdruck honorarfrei

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