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Forschung: Bier ist ein gesunder Durstlöscher

Der Welser Bierprofessor und Marathonläufer Alexander Jäger und der Mannschaftsarzt des britischen olympischen Komitees, Prof. Ron Maughan, haben nachgewiesen: Sowohl alkoholfreies als auch alkoholhaltiges Bier ist gesund. Es ist zum Ausgleich des Wasserhaushalts nach dem Sport geeignet.


Lange schon arbeitet Alexander Jäger, der Welser Bio- und Umwelttechnik-Studierenden das Bierbrauen beibringt, an der Entwicklung neuer Bierrezepturen. Kürzlich erregte er in der Fachwelt Aufsehen, als das „Journal of Food and Biosystems Engineering“ über seine Arbeiten zur Eignung von Bier als Fitnessgetränk berichtete.

„Wir haben die Inhaltsstoffe vieler nationaler und internationaler Biere hinsichtlich ihres Mineralstoff- und Elektrolytgehalts exakt untersucht“, berichtet Jäger. „Es zeigt sich, dass fast alle untersuchten naturtrüben alkoholfreien Weizenbiere isotonisch sind. Selbst im Vergleich zu Elektrolytgetränken schneiden sie ausgezeichnet ab. Bei alkoholhaltigem Bier sind sogar fast alle Mineralien im Überfluss enthalten. Sie sind hypertonisch. Bei allen Bieren fehlt allerdings eindeutig Natrium (Kochsalz). Die berühmte Bierbrezel oder Knabbergebäck kann hier Abhilfe schaffen“, schmunzelt Jäger.

Britischer Olympia-Mannschaftsarzt bestätigt
Ergänzt wurden die Forschungen vom Mannschaftsarzt des britischen Olympischen Komitees, Prof. Ron Maughan, über die Rehydrierung zum Beispiel nach Wasserverlust bei großer Hitze oder Ausdauersport. „Das Vorurteil, dass Alkohol entwässert, stimmt nur sehr eigeschränkt“, so der Medizinprofessor kürzlich beim „Beer and health Congress“ in Brüssel. „Wenn wir 1 Pint Bier trinken (564 ml), bleibt dem Körper nach Entwässerung immer noch ein Überschuss von 454 ml“, so Maughan. Für die österreichische „Halbe“ bedeutet dies: 400 ml Wasser, das dem Körper zur Auffüllen der Wasserspeicher zur Verfügung steht.

Sowohl der Welser Bierprofessor als auch der Medizinprofessor Maughan betonen die hedonistischen Aspekte von (alkoholfreiem) Bier: „Wie soll ich meine Leistungssportler dazu bringen, ihre Wasserspeicher aufzufüllen? Bier ist dabei ein großer Anreiz“, so Maughan. Gemeinsam haben sie die Idee entwickeln, ein natriumreiches Bier zu brauen, dass nicht salzig schmeckt. Erste Versuche sind vielversprechend.

Ideale Mengen sind für Männer ca. 0,8 Liter pro Tag, d.h. die berühmte Halbe und ein Seiterl. Für Frauen ca. 0,5 Liter. Alkoholfreies Bier darf in unbegrenzter Menge getrunken werden, wenn ausreichend Salz eingenommen wird. Die Professoren betonen auch, dass Bier nicht nur für den Wassergehalt gut, sondern grundsätzlich gesund ist. Klinische Studien mit mehr als 300 000 Teilnehmern zeigten, dass mäßiger Bierkonsum das Herzinfarkt- und Diabetes 2-Risiko deutlich vermindert und sogar Osteoporose entgegenwirkt.

Zu den Personen:
FH-Prof. Dr. Alexander Jäger, Professor für Mikrobiologie und Brauwesen am Studiengang Bio-und Umwelttechnik der FH Oberösterreich Campus Wels. 59 Jahre, begeisterter Bierbrauer und Marathonläufer. Staatsmeister im Marathon in seiner Altersklasse. An der FH führt er neben Lehre und Forschung Braukurse für angehende Hobbybrauer und Fortbildungen für Kleinbrauer durch.

Ron Maughan, Emeritus Professor of Sport and Exercise Nutrition, University of Aberdeen
http://www.lboro.ac.uk/departments/ssehs/staff/ron-maughan/

Bierprofessor und Marathon-Läufer FH-Prof. Dr. Alexander Jäger. Foto: FH OÖ

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