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Weltweit einzigartiger Phasenkontrast-Computertomograf für zerstörungsfreie Werkstoffprüfung an der FH OÖ in Wels

Kürzlich wurde an der FH OÖ Fakultät für Technik und Umweltwissenschaften Wels ein neuer Computertomograf (CT) zur Werkstoffprüfung in Betrieb genommen. Das 380.000,- Euro teure Werkstoffprüfgerät ist weltweit der einzige Phasenkontrast-Computertomograf für Materialanwendungen, der extra für und gemeinsam mit der FH OÖ von der belgischen Firma Bruker-Skyscan entwickelt wurde. Bei der Computertomografie werden Materialien mittels Röntgenstrahlung zerstörungsfrei durchleuchtet und die Ergebnisse analysiert, gemessen und visualisiert. „Mit dem neuen Phasenkontrast CT kann man gleichzeitig Absorption, Brechung und Streuung von Röntgenstrahlen messen. Dies bietet insbesondere bei Kunststoffen wie z.B. bei kohlefaserverstärkten Kunststoffen (CFK), wie sie im Flugzeug- und Automobilbau eingesetzt werden, ganz neue Anwendungsfelder, weil man Mikro-und Nanostrukturen damit charakterisieren kann“, freut sich Forschungsleiter FH-Prof. PD DI Dr. Johann Kastner. „Mit dem neuen CT kann man Fehler und Materialinhomogenitäten viel besser erkennen als mit konventionellen Verfahren. Damit kann die Entwicklung dieser CFK-Bauteile weitergetrieben und die Qualität verbessert werden.“

Der bereits dritte Computertomograf an der FH OÖ in Wels wurde im Rahmen des vierjährigen K-Forschungsprojektes „ZPT+“ angeschafft, das gemeinsam mit der Technischen Universität Wien, der RECENDT GmbH, einem Fraunhoferinstitut aus Dresden und mit 12 Unternehmenspartnern durchgeführt wird. Die innovativen Messergebnisse kommen in neuen Verfahren der zerstörungsfreien Prüfung und Tomografie in der Flugzeug-, Auto-, Maschinenbau- und Werkstoffindustrie zur Anwendung.

Innovative Messmethode für Auto- und Flugzeugindustrie

Sicherheit, Qualität, Material- und Technologieinnovationen sowie Kostenreduktion stehen bei der Produktion von Automobil- und Flugzeugbauteilen an oberster Stelle. Methoden wie die industrielle Computer-Röntgentomografie oder Laserultraschall ermöglichen die qualitative Charakterisierung und Prüfung eines Werkstoffes, ohne diesen zu zerstören und damit unbrauchbar zu machen. „Durch diese bedeutenden Vorteile haben zerstörungsfreie Prüfmethoden (ZfP) stark an Bedeutung gewonnen und werden von der Industrie verstärkt vorangetrieben“, berichtet Projektleiter und FH OÖ Forschung & Entwicklung-Prokurist FH-Prof. PD DI Dr. Johann Kastner.

Größtes Forschungsprojekt an der FH Oberösterreich

Die CT-Forschungsgruppe an der FH OÖ in Wels wurde bereits 2004 gegründet und besteht derzeit aus mehreren Professoren und 18 wissenschaftlichen MitarbeiterInnen. Sie ist damit eine der größten Forschungsgruppen der FH Oberösterreich. Es gibt Kooperationen mit mehr als 50 Firmen und es werden diverse nationale und internationale Projekte im Umfang von etwa 1 Million Euro pro Jahr abgewickelt. Das größte Projekt ist das K-Projekt für „zerstörungsfreie Prüfung und Tomografie Plus ZPT+“ mit einem Gesamtvolumen von 5,4 Millionen Euro und drei von der EU finanzierte Projekte.

Die FH OÖ ist neben der Lehre auch in der Forschung Österreichs größte Fachhochschule und konnte in zahlreichen geförderten Projekten im Bereich der zerstörungsfreien Prüfung und der Computertomografie Know-how aufbauen. „Durch die Hochschulkooperation im ZPT+ Projekt entsteht nun eine einzigartige Wissensbasis für ein anwendungsorientiertes Forschungszentrum für zerstörungsfreie Bauteilprüfung in Österreich. Das neue Forschungsprojekt ist aktuell auch das größte der FH Oberösterreich“, so Kastner.

Weitere Infos

Detaillierte Informationen sind erhältlich unter: www.3dct.at ; www.tuwien.ac.at/wwwt ; www.recendt.at

v.li.n.re. Dr. Alexander Sasov, Geschäftsführer Bruker Micro-CT/Belgien, Projektleiter FH-Prof. PD Dr. Johann Kastner mit wissenschaftlichen Mitarbeitern aus dem Projekt ZPT+. Bildquelle: FH OÖ

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